Aisha Can’t Fly Away
Hoffnung und Verzweiflung einer Sudanesin in Ägypten
Der Titel erscheint zu völliger Stille, als Aisha, die ambulante Pflege- und Haushaltskraft, gerade auf Geheiß ein zweiflügeliges Fenster schließt. Da wirkt der Film noch wie eine aktuelle Variante von Sembènes „Die Schwarze aus Dakar“ (1966). Nicht aus Senegal, sondern Sudan kommt Aisha jedoch, und nicht in Frankreich, sondern im teils französischsprachigen Ägypten sucht sie ihr Glück. Und auch ihr Elend, auf das sie trifft, ist anderer Natur: Drogenhandel, Gangs, Erpressung, übergriffige Kunden prägen ihr Umfeld, drängen sie selbst in die Kriminalität. Und ob sie sich nun den Hijab mit Batgirl-/Fledermausmaske bedeckt oder sich in Body-Horror-Momenten an den ohnehin flugunfähigen Emu – der surreal wie bei Buñuel oder Marker durchs Bild schreitet – annähert: Sie wird nicht davonfliegen können …