Maria Fieseler-Roschat: U(h)rzeitwesen – Zwischen Tier, Ding und Fantasie
Imaginäre Vorzeit in der Kröpcke-Uhr
Sie tragen Stacheln, Hörner oder Schnauzen, erinnern an Tiere und entziehen sich doch jeder eindeutigen Zuordnung. Titel wie „Kampftier“, „Stachelschwein-Gedanken“ oder „Das Schwein in mir“ geben eine Richtung vor – und führen zugleich auf falsche Fährten. Die Arbeiten wirken, als seien sie einem Kuriositätenkabinett entkommen: ein wenig vertraut, ein wenig unheimlich und nicht ohne hintergründigen Humor. Für ihre Assemblagen verbindet Maria Fieseler-Roschat Naturmaterialien wie Knochen, Knorpel und Stacheln mit gefundenen oder historischen Gegenständen, darunter alte Hutformen. Aus Dingen mit ursprünglich völlig unterschiedlichen Funktionen entstehen neue Körper und symbolische Formen. Der vertraute Eigenwert der Materialien gerät dabei ins Wanken: Eine Hutform wird zum Kopf, ein Knochen zum Körperteil, ein Alltagsgegenstand zum vermeintlichen Fundstück aus einer unbekannten Welt. Diese präzise gesetzten Materialbeziehungen sind charakteristisch für die Installationen der Künstlerin.
Maria Fieseler-Roschat wurde 1960 in Montevideo, Uruguay, geboren und lebt und arbeitet in Hannover. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf Installation, Objektkunst, Malerei und Kunst im öffentlichen Raum. Darüber hinaus entwickelt sie partizipative Kunstprojekte und arbeitet seit 1995 als freie Kunstdozentin. Ihre Arbeiten waren in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Sie gehört dem Atelier Bettfedernfabrik im Kulturzentrum Faust an, dessen künstlerisches Spektrum von Malerei und Grafik über Objekt-, Video- und Lichtkunst bis zu Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum reicht.