Kino
Foto: © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Let the Music Play

Das Cabinet des Dr. Caligari

Robert Wienes legendärer Klassiker mit Live-Vertonung vomHamburger Trio on:stop:off

Donnerstag, 3. September 2026
Uhr
Kulturhof
Eintritt frei

Hans Janowitz und Carl Mayer verfassten das Drehbuch zum berühmtesten aller expressionistischen Stummfilme, der schon 1919 abgedreht worden war: Janowitz verarbeitete in dem Stoff seine Begegnung mit einem mutmaßlichen Sexualstraftäter auf einem Jahrmarkt, Mayer brachte seine Abneigung gegen einen Militärpsychiater darin unter. Herausgekommen ist die Geschichte eines mysteriösen Schaustellers, der seine Attraktion, ein somnambules Medium namens Cesare (Conrad Veidt), als gefügiges Werkzeug seiner Verbrechen nutzt. Eine Geschichte, die sich aber am Ende als Wahnidee der Hauptfigur entpuppt.

Diesen frühen Plot-Twist-Klassiker, der sich auch an Poes „The System of Dr. Tarr and Prof. Fether“ (1845) orientiert, inszenierte der im letzten Moment für den eigentlich vorgesehenen Fritz Lang in die Bresche gesprungene Robert Wiene mit seinen Filmarchitekten und Szenenbildnern Walter Reimann, Hermann Warm und Walter Röhrig als expressionistische Phantasmagorie, in der spitze Winkel, schiefe Kanten und aufgemalte Schatten und Gesichtszüge eine permanente Beunruhigung generieren. Siegfried Kracauer wies zwar einst – nur teilweise überzeugend – den Verdacht zurück, solcher Expressionismus sei Ausdruck des Wahnsinns der Hauptfigur, aber die über „Nosferatu“ (1922) bis hin zum film noir typische Verschränkung expressionistischen Stils mit Beklemmung und Bedrohung nimmt hier ihren Anfang. Deutsche Zwischentitel. Das Hamburger Trio on:stop:off vertont den Stummfilmklassiker mit einem Live-Score.

Bei schlechtem Wetter im Koki.

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