Vernissage: Zivilisation vs Archaikum
Über die Zerbrechlichkeit der Zivilisation und das Durchbrechen archaischer Strukturen
Die Ausstellung untersucht das Spannungsfeld von Archaikum und Zivilisation. Zivilisation erscheint als Gefüge aus Regeln und Beziehungen, doch unter der Oberfläche der Gegenwart wirken ältere Kräfte fort: Mythos, Körper, Angst, Gewalt, Erinnerung und das Bedürfnis nach Identität. Anil Demir macht den weiblichen Körper zum Übergang zwischen Ordnung und archaischer Erinnerung, Jürgen Friede nähert sich dem Thema über das Material, Eva Friedrich über den Konflikt zwischen Identität und Norm. Anna Lila May zeigt die Fragilität des Zwischenmenschlichen, Stanislaus Müller-Härlin beobachtet zeichnerisch, wie brüchig Zivilisation ist. Ralf Nolting thematisiert Flucht, Entwurzelung und Gewalt, Dieter Rammlmair die gesellschaftspolitische Ebene, Denis Stuart Rose verbindet das Archaische mit persönlicher Erinnerung. Die Buchpräsentation „gletscherbriefe“ von Tihomir Popović ergänzt dies um eine poetische Perspektive.