Kino
Foto: Bernd Schwabe, Wikipedia Hannover

Zeit des Schweigens

Erinnerung an NS-Verbrechen und deren Folgen

Mittwoch, 6. Mai 2026
Uhr
Apollo

Lange Zeit kaum verfügbarer Klassiker von Nina Gladitz, die nicht zuletzt mit ihrer Biografie „Lenis Riefenstahl“ gründlich mit dem Riefenstahl-Mythos rund um die skurpellose NS-Propaganda-Regisseurin aufräumte: Die fehlende Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten scheint für den einen Segen, für den anderen Anlass einer Reise nach Salzburg. Hier stand von 1940 bis 1943 das Zwangslager Maxglan, von dem aus das NS-Regime viele der Insass*innen in Vernichtungslagern ermordete. Auch Reinhardt war als Kind mit seiner Familie dort, wo wir jetzt auf unschuldig grünes Land blicken. Nina Gladitz folgt ausgehend von seiner Lebensgeschichte der Produktionsgeschichte des Films Tiefland, den die in der NS-Zeit wirkende Filmemacherin Leni Riefenstahl zwischen 1940 und 1944 drehte. Dafür benutzte sie Sinti und Roma, die im Zwangslager gefangen gehalten wurden, und setzte sie als Kompars*innen ein. Gladitz geht beobachtend der Frage nach, wie unwissend die Regisseurin und Produzentin tatsächlich gewesen sein konnte. Mit Einführung und Gespräch.